Auswärtssieg - Meppen gewinnt in Flensburg mit 2:1

Der SV Meppen siegt im Spitzenspiel beim Tabellendritten Weiche Flensburg mit 2:1. Doppelter Torschütze für den SVM ist Muhamed Aalwie - beide Tore per Elfmeter. Damit rücken die Emsländer in der Tabelle bis auf fünf Punkte an die Nordlichter ran.

Nach dem eher dürftigen Start in das aktuelle Fußballjahr (1:5 gg VfB Oldenburg, 0:1 beim VfL Wolfsburg) befreite sich das Team von Christian Neidhart mit einem lauten Knall (6:0 gg BV Cloppenburg). Mit breiter Brust aus dem Cloppenburgspiel reisen die Ensländer nach Schleswig Holstein zur Überraschungsmannschaft dieser Saison. Weiche Flensburg könnte mit einem Sieg gegen die Meppener auf den zweiten Tabellenplatz springen. Aber da hat der SVM etwas dagegen.

Vor 1.018 Zuschauern stellt Neidhart sein Team ein wenig um. Der SVM beginnt mit Gommert im Tor. Die Dreierkette bilden Jesgarzewski, Vidovic und Wigger. Davor agieren Posipal, Robben, Wagner und Strompen. Deters, Pini und Alawie sollen für offensive Akzente sorgen.

Und in den Anfangsminuten ist es nicht nur auf dem Papier ein Spitzenspiel. SVM-Keeper Benni Gommert muss direkt mal zeigen, was er kann. Aber er pariert gegen Meyer und Wulff. Auf der anderen Seite gibt Wagner die erste Visitenkarte ab. Doch seinen Schuss kann Kirsche parieren.

Meppen mit munterem Beginn. Über Wagner und Deters geht’s ganz schnell, Pini (18.) nimmt über links Fahrt auf, umspielt den ersten Gegenspieler, bleibt dann aber am zweiten hängen. Doch auch Weiche weiß wie man spielt. Freistoß aus dem linken Halbfeld, Meppen klärt nicht entschlossen, Thomsens (21.) Abschluss aus 16 Metern ist jedoch leichte Beute für Gommert. Die Zuschauer sehen, auch wenn echte Torchancen Mitte der ersten Hälfte fehlen, eine sehr gute Regionalligapartie. Das Duell ist intensiv. Meppen ist giftig in den Zweikämpfen und lässt nichts zu. Doch auch Flensburg ist defensiv aufmerksam. Dann aber der Schock. Ein Gegentor aus dem Nichts. Wulff (33.) zieht von der Strafraumkante ab und trifft ins rechte Eck. Gommert ist noch dran, kann den Ball aber nicht mehr um den Pfosten lenken und schon steht es 0:1 aus Meppener Sicht. Aber der SVM ist keineswegs geschockt. Gleich geht es Wieder Richtung Tor der Hausherren. Tolle Flanke von Jesgarzewski, Direktabnahme von Wager (36.) aus vollem Lauf – ein Meter fehlt zum Ausgleich.

Mit dem 0:1-Rückstand geht es in die Kabinen. Meppen will, kann aber momentan nicht. Das liegt an der guten Defensive von Weiche, die mit all ihrer Qualität immer wieder die Angriffe der Meppener im Keim ersticken. Aber hier ist noch nichts durch, denn auch der SV Meppen liefert eine gute Partie. Die Zuschauer kommen voll auf ihre Kosten. Die etwa 50 mitgereisten Meppener Fans sind noch guter Hoffnung, dass die Jungs in der zweiten Halbzeit diesen Rückstand noch aufholen werden.

Und Meppen kommt gut aus den Startlöchern. Und in der 54. Minute der Torjubel. SVM-Stürmer Muhamed Alawie tritt zum Elfmeter an. Aalwie (54.) verwandelt und schon ist diese Partie wieder völlig offen. Besser hätte die zweite Halbzeit gar nicht anfangen können. Der SV Meppen ist in dieser Phase natürlich moralisch oben auf und gibt Gas. In der 63. Minute dann fast der Führungstreffer für die Blau-Weißen. Doch Kirschke kann den Schuss vom emsigen Mini (63.) gerade noch parieren. Meppen nun wesentlich dominanter und mit dem Tor im Rücken im Aufwind. Neidharts Jungs wollen unbedingt die drei Punkte mitnehmen. In der Folge entwickelt sich ein Spiel mit einer härteren Gangart. Weiche wehrt sich, aber Meppen zeigt ebenfalls kämpferisch eine Topleistung. Und das ist auch der Grund, warum der SV Meppen die drei Punkte wirklich verdient hätte. Sie gehen genauso gut drauf wie beim Sieg gegen Cloppenburg, stehen im System perfekt, das einzige Manko momentan ist, dass sie nicht wirklich zwingende Torchancen kreieren, obwohl sie die bessere Mannschaft ist. Und als sich beide Teams schon fast mit dem Unentschieden zufrieden geben, pfeift Schiri Rott erneut Elfmeter für die Gäste. Wieder tritt Alawie, hat er die Nerven auch den zweiten Strafstoß reinzulachen? Ja, hat er. Und schon steht es kurz vor dem Ende 2:1 für den Gast aus dem Emsland. Und der SVM bringt es souverän über die Runden und gewinnt in Flensburg.

Wer hätte dem Team nach den beiden ersten Spielen in diesem Jahr zugetraut, dass sie so zurückkommen. Das spricht für die mentale Stärke des Teams, für den nimmermüden Trainer Christian Neidhart und einfach für den Teamgeist, Anstatt auseinanderzubrechen, rückt man näher zusammen und siegt zwei Spiele in Folge. Durch die drei Auswärtspunkte rücken die Meppener auf fünf Punkte an Weiche Flensburg ran. Nächste Woche Samstag (Anstoß 18 Uhr) steht mit der Heimpartie gegen Drochtersen/Assel (Platz 5) schon das nächste Spitzenspiel an. Mal sehen, ob der SVM dann die starke Partie von Flensburg wiederholen kann.
Fotos: Werner Scholz