Dank kämpferisch guter Leistung 1:1 gegen Wolfsburg

Der SV Meppen kommt dank einer kämpferisch guten Leistung vor 1.215 Zuschauern in der Hänsch-Arena zu einem 1:1 gegen den Ligafavoriten VfL Wolfsburg II. Torschütze für den SVM war Patrick Posipal.

Nach dem Spektakel rund um den DFB-Pokal nun wieder Ligaalltag. Und der hat es in sich. Zu Gast ist kein Geringerer als der Bundesliganachwuchs vom VfL Wolfsburg, die mit einer Empfehlung von 9:0 Toren in den letzten zwei Spielen (4:0 HSV, 5:0 Norderstedt) an die Ems reisen. Bei der dünnen Personaldecke, die der SVM momentan hat, musste sich SVM-Coch Christian Neidhart etwas einfallen lassen. Und das hat er. Mit Jesgarzewski (rechts), Schepers (links), Wigger, Posipal und Geiger (alle Innen) lässt er von Beginn an mit einer Fünferkette spielen. In den ersten Minuten des Spiels scheint die neue taktische Maßnahme Früchte zu tragen. Der übermächtige Gegner übernimmt zwar direkt das Heft in die Hand – was auch nicht anders zu erwarten war – aber die SVM-Defensive hält gut dagegen. Die erste Chance hat dann auch der VfL Wolfsburg, aber auf der aus ihrer Sicht falschen Seite. Der Rückpass des Verteidigers geht aber noch knapp am Tor vorbei und so kommt Meppen zu einer ersten Ecke. Der SVM in der Anfangsphase sehr defensiv, der Respekt dem Gegner gegenüber ist zu spüren, dennoch versuchen die Neidhart-Jungs wieder ihre Tugenden Kampf und Leidenschaft einzubringen, genau wie der Coach an der Seitenlinie. Das Spiel findet daher auch meistens im Mittelfeld statt. In der 24. Minute dann mal eine Möglichkeit für die Hausherren. Nach einem Freistoß von Kremer in den Strafraum kommt der Ball zu Alawie, aber er kann die Kugel kurz vor dem Tor nicht mehr unter Kontrolle bringen. Kurze Zeit später die bis dato gefährlichste Situation der Gäste. Nach einem Ballverlust der Meppener geht es blitzschnell. Das Mittelfeld wird mit nur einem Pass überbrückt, Rodriguez läuft auf die Abwehr zu, spielt rechts raus, die Flanke kann Gommert gerade noch vor dem wartenden Stürmer abwehren, der Ball landet aber mittig vor dem Tor bei Medjedovic (29.), der verzieht. Eine Minute später kommen die Jungwölfe wieder durch, die Hereingabe von links kann im letzten Moment noch geblockt werden. Gommert, der in der letzten Woche noch der DFB-Pokal-Pechvogel war (Rote Karte), kann sich heute wieder auszeichnen. Einen Freistoß von Seguin (38.) pariert er fantastisch, in dem er schnell in die linke Ecke abtaucht. In der 42. Minute ist es aber leider soweit. Die Gäste gehen mit 1:0 in Führung. Und ärgerlicher kann dieses Tor kaum sein. Mirco Born wird im Mittelfeld gefoult, doch Schiri Christian Meermann bewertet die Situation anders und lässt weiterlaufen. Aus dieser Verwirrung heraus startet WOB seinen Angriff, Medjedovic legt mit der Schulter ab auf Bastian Schulz (43.), der aus 13 Metern cool an Benni Gommert vorbei schiebt. Ärgerliches Gegentor, denn die Szene um Mirco Born vor dem Tor war ein klares Foul. So ist festzuhalten, dass die 5-4-1-Taktik von Christian Neidhart in der ersten Halbzeit funktioniert. Dass der VfL Wolfsburg die spielstärkere Mannschaft sein wird, das war klar und wurde einkalkuliert. Der SVM steht in diesem System sehr gut und lässt nur einige Möglichkeiten zu. Und dennoch geht der Gast hier, nicht unverdient, in Führung. In der zweiten Hälfte muss offensiv vom SVM mehr kommen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit stellt Neidhart um. Aus der Fünferkette rückt Posipal auf die Sechs, um dort Jens Robben zu unterstützen. Viktor Maier kommt in die Partie für Mirco Born. Die Gäste machen da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört haben. Sobald sie im Ballbesitz sind, wird zirkuliert, alle Spieler sind stets in Bewegung. Erst in der 55.Minute kann sich der SVM einmal befreien. Über Robben und Wagner wird das Mittelfeld gekonnt überbrückt, Robben legt ab auf Kremer, der aber mit links verzieht. In einer hektischen Phase, in der die Wolfsburger dennoch Oberwasser haben, erweist VfL-Akteur Marvin Kleihs seinem Team einen Bärendienst. Nur eine Minute nachdem er für ein Foulspiel die gelbe Karte kassiert hatte, holt er, immer noch gefrustet, Schepers von den Beinen. Schiri Meermann schickt Kleihs (68.) daraufhin vorzeitig zum Duschen – Gelb/Rote Karte. Aber die Wolfsburger müssen noch einen Schock wegstecken. Wieder nur eine Minute später – jetzt ist richtig Dampf in der Partie – schlägt Kremer einen Freistoß in den 16er, den Posipal veredelt, in dem er einfach seinen Fuß rein hält und den Ball ins lange Ecke spitzelt. Riesenjubel in der Hänsch-Arena. In nur drei Minuten wird hier der Spielverlauf völlig auf den Kopf gestellt. Der VfL, der zu keinem Zeitpunkt gefährdet war, verliert komplett die Spur. Jetzt ist der SVM, mit einem Mann mehr auf dem Platz, natürlich moralisch oben auf. Spielerische Komponente werden nun noch kaum gezeigt, Kampf ist angesagt, wie bei Geigers (79.) Rettungstat gegen Seguin. In der Folge passiert kaum mehr etwas und so bleibt es beim 1:1, mit dem beide Mannschaften wohl leben können. Der SVM wahrscheinlich mehr, denn Wolfsburg hat bei seinem Auftritt ganz klar signalisiert, wo es in dieser Saison hin gehen soll – in die 3. Liga. Bis zu dem Zeitpunkt der Gelb/Roten Karte gegen Kleihs dominierte das Team von Ex-Profi Valerien Ismael das Geschehen. Der SVM bleibt damit auch im dritten Ligaspiel ungeschlagen (2x Remis, 1x Sieg) und startet gut in die neue Saison. Den Punkt gegen den VfL kann das Neidhart-Team bereits am kommenden Mittwoch vergolden. Denn dann muss die Mannschaft nach Kiel reisen, zum Aufsteiger TSV Schilksee. Dort winkt dann dem SVM bei einem Sieg der Sprung auf Platz 5, bei einem hohen Sieg vielleicht sogar Platz 4