Der 2:1 Wahnsinn gegen Lüneburg

Girth lässt Meppen spät jubeln


Der Wahnsinn geht weiter! In einer denkwürdigen Partie hat der SV Meppen am Mittwochabend auch das neunte Spiel in dieser Saison gewonnen. Vor 3686 Zuschauern bezwangen die Meppener den ärgsten Verfolger aus Lüneburg durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 2:1.

Christian Neidhart hatte seine Startelf im Vergleich zum Sieg gegen Drochtersen/Assel auf drei Positionen verändert. Für den gesperrten Thilo Leugers rückte Patrick Posipal ins Zentrum, für David Vrzogic spielte der genesene Sebastian Schepers und überraschend konnte auch Benjamin Girth für den verletzten Marius Kleinsorge auflaufen.

Vor der Saison-Rekordkulisse entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, bei dem die Blau-Weißen aber mehr vom Spiel hatten. Dennoch verlegte sich Lüneburg – anders als viele andere Teams – nicht nur aufs Verteidigen, sondern suchte auch selbst immer mal wieder den Weg nach vorne. Doch die Abwehr um Dennis Geiger und Jovan Vidovic verrichtete ihren Job bärenstark, sodass nur ein harmloser Schuss außerhalb des Sechzehners heraussprang, der Benjamin Gommert vor keine Probleme stellte.

Doch auch Meppen tat sich schwer damit, gegen die beste Abwehr der Liga, in den Strafraum zu kommen. Die beste Chance hatte Martin Wagner, der nach schöner Vorarbeit von Marc Schnier aus 13 Metern leicht in Rückenlage geriet und den Ball über die Latte bugsierte. Gefahr kam auch bei zwei Distanzschüssen von Posipal auf, die Keeper Ole Springer jedoch halten konnte. Somit blieb es beim torlosen Remis zur Pause – es war das erste Mal, dass die Meppener im ersten Durchgang in dieser Saison ohne Treffer blieben. Zu diesem Zeitpunkt musste Schepers verletzungsbedingt schon ausgewechselt werden, der nach einem Zusammenprall mit einem Lüneburger kurzzeitig ausgeknockt war. Vrzogic kam ins Spiel.

Beim 0:0 blieb es jedoch nicht lange: Die Zuschauer hatten nach der Halbzeitpause kaum wieder auf der Tribüne Platz gefunden, da klingelte es schon im Lüneburger Kasten. Schnier setzte sich auf der rechten Seite gut durch und flankte das Leder flach in die Mitte. Dort kam Girth am ersten Pfosten an den Ball und brachte die Kugel im Gehäuse unter – 1:0!

Angetrieben von der fantastischen Stimmung in der Hänsch-Arena wollte der SVM jetzt das zweite Tor. Kremer hatte zweimal die Chance zu erhöhen, scheiterte zunächst jedoch an Springer und einige Minuten später hatten die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen – doch der Ball rollte haarscharf am Pfosten vorbei. Stattdessen kamen plötzlich die Gäste – eine scharfe Hereingabe von der linken Seite wurde zunächst noch verpasst, doch zwei Minuten später kam Lüneburg mit demselben Mittel zum Erfolg. George Kelbel ließ Janik Jesgarzewski stehen und in der Mitte musste Pascal Eggert den Ball nur noch über die Linie drücken. Lüneburgs gnadenlose Effizient sorgte dafür, dass es plötzlich 1:1 stand.

In der Schlussphase drehten die Gastgeber nochmal auf. Girth, Schnier und zweimal Wagner hatten richtig gute Gelegenheiten, die jedoch allesamt ungenutzt blieben. Als sich die Zuschauer schon fast mit dem ersten Punktverlust in dieser Saison abgefunden hatten, schlug Wagner jedoch noch einmal eine Flanke in den Strafraum. Dort kam Girth an den Ball und im Fallen im Zweikampf mit seinem Gegenspieler bugsierte der Meppener Torjäger die Kugel irgendwie mit purer Willenskraft in das Tor. 2:1 in der Nachspielzeit – das Stadion bebte!

Lüneburg warf in der fünfminütigen Nachspielzeit nochmal alles nach vorne, doch eine echte Torchance sprang nicht mehr heraus. Vidovic, Geiger und Girth warfen sich mit allen zur Verfügung stehenden Mittel in jeden lang geschlagenen Ball und so pfiff Schiedsrichter Franz Bokop nach 95 Minuten die Begegnung ab. Der SVM baut damit seinen Vorsprung auf acht Punkte auf und grüßt weiter von ganz oben. Am Samstag geht es zum Meisterfavoriten VfL Wolfsburg II (13 Uhr).

SV Meppen: Benjamin Gommert - Janik Jesgarzewski, Dennis Geiger, Jovan Vidovic, Sebastian Schepers (43. David Vrzogic) - Menno Heerkes, Patrick Posipal (78. Jens Robben) - Martin Wagner - Marc Schnier, Benjamin Girth, Max Kremer (75. Thorben-Johannes Deters)?

Trainer: Christian Neidhart

Lüneburger SK Hansa: Ole Springer - Marco Schuhmann, Niklas Hunold, Jannis Opalka, Linus Büchler - Kevin Pino Tellez, Gökay Isitan (90. Mustafa Kucukovic) - Tomek Pauer (90+2. Ebenezer Utz), George Kelbel (83. Lorenz Lahmann-Lammert), Thure Ilgner - Pascal Eggert?

Trainer: Elard Ostermann

Tore: 1:0 Benjamin Girth (46.); 1:1 Pascal Eggert (60.); 2:1 Benjamin Girth (90.)

Schiedsrichter/in: Franz Bokop (SC SFN Vechta) - Assistenten: Per-Ole Wendlandt (VfL Stenum), Marcel Klein (SV Ahlerstedt/Ottendorf)

Zuschauer: 3686 in der Hänsch-Arena