Ein Klassiker, der seit Wochen die Region elektrisiert!

Ein Klassiker, der seit Wochen die Region elektrisiert!! Schaut man einmal genauer in die Historie der Begegnungen zwischen unserem heutigen Gast und dem SV Meppen, so findet man erste Erwähnungen bereits in der Saison 1933/34, als nach einer 1:2 Heimniederlage in der Rückrunde ein Sieg der Emsländer beim VfL mit demselben Ergebnis zu Buche schlägt. Damals heißt die Liga übrigens 'Bezirksliga Bremen- Staffel Süd'. Bereits im Jahre 1937 wechselt ein gewisser Hermann Boven für ein Jahr nach Osnabrück.

Überspringt man dann die Zeit um knapp vierzig Jahre, fällt einem eine der 'Legenden' ein - Hubert Hüring. Der 'wagt' es in der Tat, in der Saison 1971/72 an die Bremer Brücke zu wechseln. Hans Vinke zählt in seinem Buch 451 SVMPflichtspiele für eine der Spielerlegenden der Blau-Weißen auf. Ein Mann, der es schafft, die Positionen des Stürmers, Mittelfeldspielers und des Abwehrchefs zu bekleiden. Später kommt er nochmals als Trainer zum SVM zurück und wird am Ende der Saison 2009/2010 unter dem großen Jubel der Zuschauer und mit mehr als einer Träne im Augenwinkel als einer der großen Ballartisten des SV's verabschiedet.

Natürlich ist es müßig, alle Partien zwischen Lila-Weiß und Blau-Weiß oder wer von wo nach wo und wieder zurück wechselt, aufzuzählen. Unvergessen aber für alle SV'er die Saison 1991/92, als die Blau-Weißen in Liga 2 beide Spiele gewinnen können.

Natürlich immer noch in den Köpfen das Spiel des SVM in Jena, als Nico Granatowski Fairplay aufgrund eines verletzten Spielers anbietet und Sören Eismann vom gastgebenden Verein sich den Ball schnappt und zum 1:2 für Jena kommt. Danach entstand fast eine mediale Aufregung um den Globus herum. Noch in der Samstagnacht berichtet die 'Daily Mail' in London über den Skandal in der Dritten Deutschen Liga.

Selbst am Sonntagmorgen ist auf der anderen Seite des Globus, in Neuseeland, die Rede vom Fehlverhalten des Jenenser Spielers. Objektiverweise muss hinzugefügt werden, dass Sören Eismann sich mittlerweile in einem Statement für sein Verhalten entschuldigt hat. Aber das kam leider viel zu spät. Wenn er es sofort nach dem Spiel getan hätte, wäre es sicherlich hilfreicher für alle und den Fairplay- Gedanken im gesamten Sport gewesen. Man lese einmal Christian Neidharts Interview nach, das er
m Sonntagmorgen der Welt/N24 gegeben hat. Dann weiß man, was Fairplay im Sport bedeutet!

Aber zurück zum Klassiker. Christian Neidhart und Mario Neumann werden für den Mittwochabend zumindest auf einer Position umstellen müssen. Nachdem Jovan Vidovic für den derzeit Tabellenzehnten das 2:0 in der 45. Minute geköpft hatte, muss er wegen der gelb-roten Karte in der 2. Halbzeit
leider pausieren. Ebenso fraglich die Einsätze von Thilo Leugers und Marius Kleinsorge, die beide nach dem Spiel in Thüringen angeschlagen sind.

Woran mag es also liegen, dass solch ein Schlager, ein 'Derby' ist eigentlich etwas völlig anderes, die Massen elektrisiert, wie kaum etwas anderes? Fußball ist einfach der Sport, der weltweit die meisten Zuschauer anlockt, weil sie es lieben, dass die Kugel in des Gegners Kasten landet und die Identifikationsmöglichkeiten mit verschiedenen Spielern oder auch einer ganzen Elf ungeheuer groß sind.

Es ist auf jeden Fall kein Grund für 'kriegsähnliche' Zustände im Stadion und drum herum. Kein Grund, Menschen, egal wen, über die sogenannten Sozialen Medien zu beleidigen oder ihnen noch Schlimmeres anzudrohen. Warum schafft ausgerechnet ein Teil des Umfelds dieses Sports es nicht, diesen einfach als das zu nehmen, was dieser nur sein soll: Fußball mit einem ehrlichen Gewinner und einem genauso fairen Verlierer.

Und auch ein Schiedsrichtergespann darf kein 'Freiwild' in einem Stadion sein! Auch da sind Menschen unterwegs, dieversuchen, einen guten Job zu machen. Egal, wer den Schlager am Mittwochabend gewinnt: es ist und bleibt Sport. Der SV Meppen bittet hiermit alle Zuschauer um ein faires und friedliches Verhalten in der Hänsch-Arena und um das Stadion herum. Und natürlich hält eine ganze Region die Daumen, dass die drei Punkte im Emsland bleiben.

PS: Wer das Ganze nicht in der Hänsch-Arena verfolgen kann, hat die Möglichkeit, bei der Telekom in die Liveübertragung hereinzuschauen, das Fanradio des SVM zu hören oder den Live-Ticker per WhatsApp zu verfolgen oder den Liveticker der NOZ.