Endlich wieder Profifußball - Vorbericht Würzburg

SVM startet gegen Würzburg in das Abenteuer 3. Liga


52 Tage. 52 Tage, nachdem der SV Meppen im Relegations-Rückspiel gegen den SV Waldhof Mannheim den umjubelten Aufstieg in die 3. Liga gefeiert hat, ist es nun am Samstag (14 Uhr) endlich soweit: Die Emsländer kehren nach 19 Jahren endgültig zurück in den Profifußball – und begrüßen zum Auftakt gleich mal ein echtes Liga-Schwergewicht in der Hänsch-Arena.

Im vergangenen Jahr spielten die Würzburger Kickers nämlich noch in der 2. Bundesliga. Doch nach einer tollen Hinserie, in der die Unterfranken einer sorgenfreien Saison entgegenzusteuern schienen, folgte im Jahr 2017 der komplette Einbruch. Nicht ein einziges Spiel gewannen die Würzburger mehr, dementsprechend stand als Tabellen-17. letztlich der direkte Wiederabstieg fest.

Es folgte schließlich im Sommer bei den Kickers ein Umbruch, der in dieser Radikalität selbst für einen Absteiger wohl ungewöhnlich ist. 16 Spieler verließen den Club, 16 Akteure kamen neu hinzu. Von den Stammspielern blieben nur Emanuel Taffertshofer und Kapitän Sebastian Neumann. Doch nicht nur auf dem Feld müssen sich die Würzburger Fans an neue Gesichter gewöhnen, auch auf der Trainerbank leitet mit Stephan Schmidt ein neuer Mann die Geschicke. Der 40-Jährige tritt damit das mächtige Erbe von dem Vater des Würzburger Erfolgs schlechthin, Bernd Hollerbach, an. Denn der Ex-Profi führte den Club von der Regional- in die 2. Liga.

Ein solcher Umbruch braucht naturgemäß Zeit, denn die zahlreichen neuen Gesichter müssen sich erstmal finden und einspielen. Der direkte Wiederaufstieg wird von Würzburger Seite deshalb auch nicht als öffentlich als Saisonziel ausgegeben – doch die Namen der Neuzugänge legen in jedem Fall nahe, dass das Team vom „Dalle“ zu den Anwärtern auf den Aufstieg gehören wird. Von Arminia Bielefeld kam mit Torhüter Wolfgang Hesl und Linksverteidiger Sebastian Schuppan viel Erfahrung, Jannis Nikolaou (RW Erfurt) und Vorlagenkönig Patrick Göbel (FSV Zwickau) gehörten in der abgelaufenen Spielzeit zu den besten Spielern der 3. Liga. Maximilian Ahlschwede (Hansa Rostock), Anthony Syhre (VfL Osnabrück), Dennis Mast und Björn Jopek (beide Chemnitzer FC) fallen da ebenfalls nicht großartig ab. Und dass die Akteure doch schon jetzt relativ gut harmonieren, zeigte der 3:0-Testspielsieg über Bayer Leverkusen am vergangenen Wochenende.

Die Rollen sollten also am Samstag auf dem Papier klar verteilt sein – umso wichtiger, dass die Mannschaft von Christian Neidhart zum Saisonstart gleich auf die möglichst zahlreiche Unterstützung seiner Anhänger zählen kann. Erst recht nach der bitteren 0:2-Pokalpleite am Mittwoch beim VfB Oldenburg. Denn dass das Emsland nach Profifußball lechzt und die Hänsch-Arena in einen Hexenkessel verwandeln kann, steht spätestens seit dem Elfmeterkrimi gegen Mannheim fest.