Punkt gegen Wolfsburg soll am Mittwoch in Schilksee vergoldet werden

Traditionell machen Sportjournalisten um den 4.-5. Spieltag das erste Fazit. Wie ist ein Verein in die Saison gekommen?! Wo kann die kurzfristige Reise hingehen?! Das sind die Fragen, die dabei wichtig sind. Auch ich möchte kurz vor dem Spiel beim TSV Schilksee ein erstes Fazit ziehen. Und das fällt überwiegend positiv aus. Wir haben bewegte Wochen hinter uns. Einige neue Spieler mussten in die Mannschaft integriert werden. Dies gelang, wenn man die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele sieht, sehr schnell.

Zum Start gab es dann ein 1:1 Unentschieden in Lüneburg, ein besonderes Spiel für unsere Neuzugänge Alawie und Posipal, die vom LSK an die Ems gekommen sind. Danach folgte dann der 3:2-Sieg im NFV-Pokal gegen den Ligakonkurrenten BSV Rehden. In diesem Spiel zeigte sich, dass Coach Neidhart noch lange nicht am Ende seiner Arbeit ist. Rehden war streckenweise überlegen und führte auch nicht unverdient zwischenzeitlich mit 2:1. Doch dann zeigte sich wieder einmal welch tolle Moral in den letzten Jahren gewachsen ist. Fussballerisch vielleicht nicht undbedingt „ronaldesque“, aber kämpferisch top. So drehte das Team dieses Spiel und gewann am Ende mit 3:2. Und bewahrt damit die Chance, in der kommenden Saison wieder im DFB-Pokal zu spielen.

Vor dem Pokal-Highlight gegen Köln stand aber noch die Pflichtaufgabe Goslar an. Mit 3:0 wurde der Gegner aus der Kaiserstadt aus der Hänsch-Arena geschossen. Eine tolle Leistung. Dann natürlich das Köln-Spiel – und was soll ich sagen? Am besten nix mehr, sehr viel wurde gesagt und geschrieben. Nur eins noch: Das war keine Rote Karte, verdorri Nocheins! – durchatmen!

Nach der Pokalniederlage gingen Neidhart so langsam die Spieler aus. Hudec verletzt, Deters verletzt, Pini verletzt, Strompen gesperrt. Dazu Robben, Wagner, Posipal fraglich. Wäre vielleicht nicht sooo schlimm, denn der SV Meppen hat den Anspruch an sich selbst, ein Spitzenteam zu sein, resp. zu werden. Aber der Gegner vom vergangenen Sonntag war kein Geringerer als der Bundesliganachwuchs der Boliden-Bolzer vom VfL Wolfsburg. Und die hatte Neidhart völlig zurecht so beschrieben: „Das ist schon keine Regionalligamannschaft mehr“. Und in der Tat, dieses Team ist gespickt von fantastischen jungen Kickern.

 Und das Spiel gegen den Ligafavoriten begann auch so, wie man es erwartet hatte. Wolfsburg übernahm das Spiel, biss sich aber immer wieder an der von Neidhart neu kreierten Fünferkette mit Jesgarzewski, Geiger, Posipal, Wigger und Schepers fest. Doch kurz vor der Pause kam das, was kommen musste. Das 0:1. Und das war ärgerlich, denn vor dem Tor wurde Born im Mittelfeld gefoult, Meppen gerade in der Vorwärtsbewegung. So etwas nutzt ein Spitzenteam wie Wolfsburg. Nach der Pause warf Meppen alles nach vorne und kam noch zum viel umjubelten Ausgleichstreffer. Ein 1:1 also im dritten Spiel – gegen den VfL Wolfsburg. Damit stehen fünf Punkte auf der Habenseite, noch keine Niederlage. Dazu der Einzug in die nächste regionale Pokalrunde. Da kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Start geglückt ist.

Nun gilt es am Mittwoch den gegen Wolfsburg erkämpften Punkt zu vergolden. Es geht nach Kiel, besser gesagt in den Stadtteil Schilksee. Der Aufsteiger! Die große Unbekannte! Ich bin völlig ehrlich, ich weiß NIX über diesen Verein, über diese Mannschaft. Auch die Recherche erweist sich als nicht ganz so leicht. Klar, Wikipedia. Das könnt ihr aber mal schön selbst machen. Hier! Aufgestiegen sind sie auch. Im Übrigen noch die erste Meldung, wenn man auf der Vereinshomepage auf „Fußball“ klickt. Die neueste News vom TSV Schilksee ist also datiert vom 12. Mai 2015. Ich will gar nicht überheblich daherkommen, oder klugsch***erisch reden, ich will nur deutlich machen, dass ein Vorbericht gar nicht so leicht ist.

Eins weiß ich aber. Wenn man den Anspruch an sich selbst hat, in der Regionalliga Nord ein gewichtiges Wörtchen mitzusprechen, dann sollte man in Schilksee drei Punkte holen. Und ich denke, ich sage da nichts Falsches, wenn ich behaupte, dass genau DAS auch der Anspruch von Trainer Christian Neidhart ist. Forza SVM…..(Text: Hardy Kloßek)