Relegation 2017 - Bärenstarkes 0:0 in Mannheim

Mit einem torlosen Unentschieden trennten sich Waldhof Mannheim und der SV Meppen am Sonntag bei glühender Hitze vor knapp 25000 Zuschauern im Carl-Benz-Stadion. Rund 2000 mitgereiste Meppener Fans sahen eine packende und hochintensive Partie, in der der SVM nahezu eine komplette Halbzeit in Unterzahl durchhalten musste.

Beide Mannschaften begegneten sich von Beginn an spürbar mit Respekt. Dennoch gab es kein langes Abtasten. Keine fünf Minuten waren gespielt, da entwischte Mirco Born in seinem vorletzten SVM-Spiel zum ersten Mal der Mannheimer Abwehr. Der Winkel wurde jedoch so spitz, dass Born nur noch das Außennetz traf und den in der Mitte postierten Marius Kleinsorge übersah.

Auf der Gegenseite präsentierte Mannheim die eigene Standardstärke. Marcel Gebers verlor Marcel Seegert bei einem Eckstoß aus den Augen. Der wuchtige Kopfball des Innenverteidiger flog in Richtung Torwinkeln, doch Kleinsorge kratzte den Ball mit dem Kopf aus dem Eck. In ähnlichem Tempo ging es weiter. Nach einem verunglückten Kleinsorge-Schuss landete das Spielgerät plötzlich bei SVM-Kapitän Martin Wagner, der völlig freistehend vor Keeper Markus Scholz auftauchte, aber an dessen glänzender Parade scheiterte. Das hätte das so wichtige Auswärtstor sein können! Während Benedikt Koep für Waldhof frei vor dem Tor vorbeischoss, lenkte Scholz einen Freistoß von Thilo Leugers gerade noch mit den Fingerspitzen über die Latte.

Der darauffolgende Eckstoß sorgte für große Aufregung. Ein einziges Mal zeigte Scholz eine Unsicherheit und verpasste die Flanke. Hinter ihm bugsierte Patrick Posipal die Kugel mit dem Kopf in Richtung Torlinie, wo Hassan Amin den Ball gerade noch herausschlagen konnte. Ob das Leder die Linie mit vollem Umfang überquert hatte oder nicht, konnten nicht einmal die Fernsehbilder beweisen.

Kurz vor der Halbzeit ereignete sich dann die Situation, die den weiteren Spielverlauf erheblich beeinflussen sollte. Nach mehreren kleinen Fouls sah Wagner zunächst die Gelbe Karte, ehe sich der Meppener Zehner nur eine Minute später ein weiteres hartes Einsteigen gegen einen Gegenspieler erlaubte. Schiedsrichter Guido Winkmann verzichtete auf eine weitere Ermahnung schickte Wagner direkt mit der Ampelkarte vom Feld. Regeltechnisch eine vertretbare Entscheidung.
Mit zehn Mann blieb es dem SVM bei Temperaturen von rund 35 Grad nicht anders möglich, als im zweiten Abschnitt vor allem in der Abwehr kompakt zu stehen. Mannheim erhöhte zunächst den Druck und erspielte sich auch die ein oder andere Chance. Doch im Sechzehner war es fast immer ein Meppener Abwehrspieler, der schließlich noch klären konnte. Gefährlich wurde es zumeist nur bei Standardsituationen, wie zum Beispiel bei der Kopfballchance von Koep, die Benjamin Gommert mit einem tollen Reflex parierte.

Die defensive Ausrichtung sorgte allerdings auch dafür, dass den Emsländern fast jegliche Entlastung nach vorne fehlte. In der 85. Minute klappte es schließlich mal mit einem Konter – Born hatte die Kugel erobert und wurde schließlich von Kevin Nennhuber in der Mannheimer Hälfte zu Fall gebracht. Winkmann zeigte dem Waldhof-Innenverteidiger die glatt Rote Karte, sodass in den letzten Minuten wieder Gleichzahl herrschte. Bis auf einen Fernschuss von Seegert, den Gommert gut hielt, passierte jedoch nicht mehr viel.

Für das torlose Remis ließen sich die SVM-Spieler im Anschluss von den mitgereisten Anhängern feiern. Für das Auswärtstor hat es zwar nicht gereicht, doch angesichts der äußeren Umstände war die Leistung in Unterzahl beeindruckend stark. Somit kommt es nun am Mittwoch (19 Uhr) in der Hänsch-Arena zum finalen Showdown. Bei einem Sieg steigt der SV Meppen auf, bei einem Unentschieden mit Toren oder einer Niederlage geht Waldhof hoch. Steht es nach 90 Minuten 0:0 gibt es Verlängerung. Meppen wird auf den gesperrten Wagner verzichten müssen, Mannheim fehlt natürlich Nennhuber. Dafür dürfte vermutlich der erfahrene Michael Fink in die Innenverteidigung rücken.

Am Mittwoch gilt es also: Noch einmal 90 (oder mehr) Minuten alles geben und sich unsterblich machen! Das Team hat bereits Riesiges geleistet und verdient auch jetzt erneut einen ähnlich starken Support, wie am Sonntag.