SVM gewinnt 3:2 gegen den LSK - Dennis Geiger Fußballgott

Der SV Meppen holt vor 1.065 Zuschauern in der Hänsch-Arena durch einen 3:2-Sieg gegen den Lüneburger SK drei wichtige Punkte. Torschützen für den SVM waren Pini (12.), Alawie (57.) und – aufgepasst und hingesetzt – Abwehrrecke Dennis Geiger (87.) mit einem Fallrückzieher. Einziger Wehrmutstropen die Gelb/Rote Karte für Jens Robben wegen Ballwegschießens.

Lange stand dieses Spiel auf der Kippe. Es war eine schwierige Entscheidung, ob das Spiel nun stattfindet oder nicht. Der Wettergott hatte alles im Köcher: Regen, Sonne, Schnee und Hagel. Aber Schiri Porsch gab diese Partie frei. Und das ist auch richtig so, denn der Rasen ist bespielbar.

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für die Opfer des feigen Terroranschlages in Paris. Stadionsprecher Heiner Harnack erinnerte daran, dass wir in diesen Zeiten zusammenstehen müssen.

Das Meppener Urgestein Jens Robben führte die Mannschaft, nach dem Ausfall von Wigger, als Kapitän auf den Platz. Der SVM will unbedingt die Tuchfühlung zur Spitzengruppe behalten. 14 Spiele hat der SV Meppen erst gespielt und hat damit die wenigsten der Liga. Ein erneuter Ausfall wäre eine Katastrophe gewesen.

In den Anfangsminuten müssen sich die Mannschaften erst an das schwierige und schmierige Geläuf gewöhnen. Erster kleiner Aufreger dann in der siebten Minuten. Jens Robben lupft auf der linken Seite den Ball auf Schepers, der sich mit seiner Power durchsetzt und die Kugel in die Mitte bekommt. Hierhin ist Schnier gestartet, der aber knapp im Abseits steht. Torjubel dann in der 12. Minute. Ein fantastischer Konter der Gastgeber. Alawie schickt Maier über rechts, der flach und scharf in die Mitte flankt, punktgenau auf Erdogan Pini, der aus sieben Metern nur noch einschieben muss – denkste – Pini trifft nur den Außenpfosten und die Zuschauer raufen sich schon die Haare, aber der SV Meppen setzt nach. Schnier erobert den Ball und bringt ihn in die Mitte, dort wartet wieder Pini (12.), der es dieses Mal besser macht. Seine Direktabnahme drei Meter vor dem Tor landet im linken Eck – 1:0. Ein wirklich toller Angriff der Blau-Weißen Hausherren. Auch in den Folgeminuten ist der SV Meppen das dominierende Team. Das Team von Christian Neidhart will dieses Spiel schnell entscheiden. In der 21. Minute kommt der LSK zu seiner ersten Chance. Torjäger Wriedt (21.), der schon 12 Mal in dieser Saison getroffen hat, zieht einfach mal aus 20 Metern ab, Gommert muss abtauchen und kann die Kugel noch um den Pfosten lenken. Aber dennoch hat der SVM am heutigen Tage bislang alles im Griff. Meppen baut Druck auf, kommt immer wieder in den Strafraum der Gäste, die hinten jede Menge zu tun haben. Und passend zum Meppener Spiel strahlt auch die Sonne über der Hänsch-Arena. Dennis Strompen (41.) sorgt nochmal für Gefahr mit einem Freistoß aus gut 30 Metern, seinen Strahl kann Wulf aber entschärfen. Und wie Fußball nun mal so ist, hat auch diese Partie seinen Überraschungsmoment. Den Ausgleich. Nach einem Konter spielt Wriedt die Kugel quer durch den Strafraum, am zweiten Pfosten steht Eggert, der es hätte selbst machen können, er nimmt den Ball an und spielt ihn in die Mitte auf Hübner, der aus fünf Metern nur noch einschieben braucht. Stille im Stadion. Damit hätte man hier nicht rechnen können. Der SVM hat in der ersten Halbzeit alles im Griff, steht sehr gut im System und lässt nichts zu. Eine Unachtsamkeit reicht aber in der Regionalliga und schon steht es 1:1, aus Lüneburger Sicht glücklich.

Und mit diesem Unentschieden geht es dann in die Kabinen. Eine schwierige Situation für Christian Neidhart, denn eigentlich hat er wenig Grund, um nun „draufzuhauen“, denn der SV Meppen hat in einer guten Regionalligapartie absolut den Hut auf. Bereits in der 12. Minute trägt der Druck, den die Hausherren aufbauen, Früchte und kommen durch Erdogan Pini zur verdienten Führung. In der Folge lässt der SVM einige Chancen liegen, so dass der LSK dann durch einen gut vorgetragenen Konter zum Ausgleich kommt. Schade, denn das hätte nicht sein müssen.

Nach 46 Sekunden in der zweiten Halbzeit ist diese Partie auf den Kopf gestellt. Mit der ersten Offensivaktion kommt der Gast zum Führungstreffer. LSK-Toptorjäger Wriedt kann den Ball im Strafraum ungehindert annehmen, sich drehen und schießen. Wriedt (46.) lässt Gommert keine Chance und schon steht es 1:2 aus Sicht des SV Meppen – bitter. In der Folge scheint der SV Meppen verunsichert. Das hat man sich in der Kabine wohl anders vorgenommen. Nun sehen die Zuschauer ein komplett anderes Spiel als in der ersten Halbzeit. Der LSK nun moralisch oben auf. Da muss sich schnell etwas ändern. Aber der SVM kämpft und schwimmt sich frei. Nach Ecke Strompen kommt Alawie (57.) mit dem Kopf an den Ball. Aus fünf Metern köpft er das 2:2 und schon sieht es wieder ein wenig freundlicher auf der Anzeigentafel aus. Und nun geht es hin und her. Der SVM versucht wieder mehr Druck aufzubauen, aber der LSK ist gefährlich mit Kontern. Vor allem Kwasi Okyere Wriedt sorgt immer wieder für Gefahr. In der 62. Minute hält er sich seinen Gegenspieler vom Leib, um aus 16 Metern abzuziehen. Gommert muss sein ganzes Können beweisen. Zum Glück hat er reichlich davon. Wieder bringt eine Strompen-Ecke Gefahr. Der Ball wird abgewehrt, aber direkt vor die Füße des eingewechselten Deters (68.) , der abzieht. Aber sein Schuss aus 16 Metern geht über das Tor. In der 71. Minute dann doppelte Aufregung. Erst wird Alawie im Strafraum gelegt – es war wohl einer, zu sehen am Montag auf ev1.tv ab 18.30 Uhr in der Sendung „Ems-Vechte-Sport- danach kommt Wriedt alleine vor Gommert zum Schuss aus fünf Metern, aber Gommert klärt. Genauso zwei Minuten später als wieder Wriedt (73.)  im Strafraum zum Schuss kommt, aber wieder findet er seinen Meister in Gommert – hier läuft wohl ein Privatduell. Jetzt ist richtig Dampf in dieser Partie. Auch die Zuschauer gehen lautstark mit und sind nicht immer zufrieden mit der Leistung von Schiri Porsch. Strompen (80.) probiert’s mal mit seinem schwächeren linken, aber sein Schuss ist zu harmlos. Dann die Szene des Spiels. Fantastisch! Wahnsinn! Legendär! Nach einem Freostoß macht der Innenverteidiger Dennis Geiger (82.) mit einem FALLRÜCKZIEHER das 3:2. Eigentlich ist Geiger für seine Kopfballstärke bekannt, aber heute macht er den Klaus Fischer. Ein wirklich sehenswerter Treffer, der hier womöglich für die Entscheidung sorgt. Tore dieser Qualität wird Geiger wohl nicht allzu oft in seiner Karriere gemacht haben. Tolles Teil, Dennis Geiger. Randnotiz: LSK-Kapitän Opalka (87.) erhält nach Foulspiel an Geiger den Gelb/Roten Karton. Eine Minute später muss auch Jens Robben (88.) vom Feld – wegen Ballwegschießens. Damit erweist er sich und seinem Team einen Bärendienst, denn er ist im nächsten Spiel gesperrt, was bei der dünnen Personaldecke des SV Mepopen völlig unnötig ist.

Mit dem 3:2 holen die Meppener drei sehr, sehr wichtige Punkte. Damit hält Neidhart und seine Truppe Anschluss an die Spitzengruppe. Nach einer dominanten ersten Hälfte, indem man dem Gast kaum Luft zum Atmen ließ gingen die Blau-Weißen früh in Führung. Kurz vor der Pause der erste Schock und dann der zweite direkt nach Wiederanpfiff. Durch eine kämpferisch tolle Leistung drehten die Jungs dieses Spiel. Und seit heute hat auch Geschmeidigkeit einen Namen: Dennis Geiger! Ich ziehe den Hut.

 

SV Meppen: Gommert – Jesgarzewski – Geiger – Schnier – Alawie – Maier (80. Born) – Schepers – Robben – Pini (66. Deters (90. Ahillen)) – Posipal - Strompen

Dennis Geiger Fußballgott