SVM siegt 2:1 an der Ostsee

Der SV Meppen gewinnt das Auswärtsspiel beim Liganeuling vor 515 Zuschauern beim TSV Schilksee knapp mit 2:1. Torschützen für den SVM im Kieler Stadtteil waren Marc Schnier und Max Kremer.

Am Wochenende erkämpfte sich das Team von Christian Neidhart nicht nur ein 1:1 Unentschieden gegen den haushohen Favoriten VfL Wolfsburg II, sondern auch den Respekt des Gegners und der Liga. Die Mannschaft unterstrich durch diesen Teilerfolg die Ambitionen in dieser Saison oben mitspielen zu wollen. Wenn man ein echtes Spitzenteam sein will, dann sind gerade die Auswärtsspiele bei einem Aufsteiger wichtig. Dort kann man seinen wahren Charakter beweisen, in dem man jedes Spiel angeht, als wäre es das Wichtigste. Und genau so eine Partie stand am Mittwoch Abend an. Beim TSV Schilksee, dem Verein aus dem Kieler Stadtteil. Begleitet von ca. 80 SVM-Fans.

Und es hätte direkt auch gut losgehen können. Wagner (7.) dribbelt in den 16er und wird klar gehalten. Die Pfeife von Schiri Höhns bleibt zum Erstaunen der Zuschauer jedoch stumm. Hier hätte der SVM direkt mal eine Ansage machen können, doch der Schiedsrichter hat etwas dagegen. Aber Meppen bleibt in der Anfangsphase überlegen. Immer wieder stoßen Sie in die Hälfte der Hausherren vor, jedoch echte Torgefahr gibt es erstmal nicht. Nach gut 20 Minuten kann sich der Gastgeber von der Ostsee aus den Fängen vom SVM ein wenig befreien. In dieser Phase ist das Spiel offen. Im Anschluss an eine Ecke bringen die Meppener das Leder erneut in die Nähe des Sechzehners. Hier fasst sich Alawie (23.) ein Herz und zieht einen Abpraller mit dem Vollspann aufs Tor. Nur knapp verfehlt das Leder den rechten Torgiebel. Dann wieder Meppen, die nun das Tempo wieder ein wenig anziehen. Ein langer Ball an den TSV-Sechzehner kann von Keeper Kröhnert nur knapp vor Alawie geklärt werden. Der Abpraller landet bei Posipal (29.), der das Leder überlegt von der Sechszehnergrenze einschieben will. Kröhnert macht seinen Fehler jedoch wieder gut und pariert den Abschluss. Aber mitten in diese Drangperiode des SVM passiert das Unglaubliche. Schlagelambers hat den Ball im Mittelfeld am Fuß und sieht, dass Gommert zu weit vorm Tor steht. Der Schilkseer nimmt Maß und trifft über den SVM-Keeper hinweg ins Tor – 0:1 aus Sicht der Meppener. Wie konnte das nur passieren? Mit einem Sonntagsschuß am Mittwoch Abend von Schlagelambers. Danach läuft kaum noch etwas zusammen bei den Emsländern. Nur im Kollektiv kann eine Großchance von Benjamin Petrick (34.) verhindert werden. Aber der SVM fängt sich wieder. Und wie - Alawie setzt mit einem tollen Pass in den Strafraum die Abwehr des TSV matt und Schnier (37.) in Szene. Der schließt mit dem Frust der Anfangsminuten ab und lässt die Meppener Fans jubeln. Schöne Aktion vom Duo Alawie/Schnier. Dann probiert es Meppens Torjäger Max Kremer (41.). Aus 35 Metern schlenzt er einen Ball an den langen Pfosten. Nur Zentimeter streicht das Leder am Kasten vorbei. Da wäre Kröhnert geschlagen gewesen. Ein paar Minuten später zielt Kremer (44.) besser. Er schlenzt einen Freist0ß aus halblinker Position in die rechte Ecke. Kröhnert streckt sich, kann die Gästeführung aber nicht verhindern. In nur wenigen Minuten dreht der Gast das Spiel und geht mit 2:1 in Führung. Nicht unverdient. So geht es dann in die Halbzeitpause. Die Zuschauer haben ein kurioses Spiel gesehen, mit einem Sonntagsschuss der Hausherren zur 1:0-Führung, einigen Torchancen hüben wie drüben und das Wichtigste, die große Qualität des SVM sich aus schwierigen Situationen zu befreien. Genau wie schon ein paar Tage vorher gegen Wolfsburg.

Die Meppener Spieler kommen schon recht früh aus der Kabine, was nur eins bedeuten kann: Neidharts Ansprache war kurz und heftig. Bestimmt nicht nur des Lobes, denn über weite Strecken der ersten Hälfte war das Spiel zu phlegmatisch.

Und die Ansprache scheint vorerst gefruchtet zu haben. Schnier (47.) stößt über rechts vor und passt scharf vor das TSV-Gehäuse. Keeper Kröhnert ist unten und kann vor dem einschussbereiten Alawie klären. Jetzt ist Meppen oben auf. Immer wieder kombiniert sich das Neidhart-Team durchs Mittelfeld. Eine dieser schönen Kombinationen bringt die große Chance für Alawie! Wagner wird durch die Gasse geschickt und könnte selber abschließen. Stattdessen legt er auf den mitgelaufenen Alawie (53.), dessen Schussversuch geblockt wird. Im Gegenzug zieht Timo Nath (54.) von der Strafraumgrenze ab und verfehlt den linken Torwinkel um zwei Meter. Der SVM darf sich hier nicht zu sicher fühlen. Im Mittelteil der zweiten Hälfte viel Leerlauf. Der SV Meppen muss nicht mehr das Spiel machen, Schilksee ist kaum in der Lage dazu. So entwickelt sich eine immer noch von der Spannung lebende Partie ob des Zwischenstandes. So auch in der 77. Minute, in der Schilksee zum Ausgleich hätte kommen müssen. Eine schöne Flanke von rechts findet Timo Nath (77.) am Fünfer. Völlig blank steigt der Angreifer hoch und köpft über das Tor. Das hätte der Ausgleich sein müssen – durchatmen beim SVM. In der Schlußphase dann nur noch einmal etwas bewegendes. Wegen absichtlichen Handspiels gibt es Gelbrot für Bräunling (85.). Der SVM spielt die letzten Minuten also in Überzahl.

Der SV Meppen liegt zurück, kämpft sich wieder in das Spiel, geht in Führung, durch Glück und Unvermögen bleibt der SV Meppen bei Naths Kopfball in der 85. Minute in Front und kann drei Punkte verbuchen. So kurz und knapp kann das Spiel im hohen Norden beschrieben werden. Wer ein Spitzenteam sein will, muss auch mal mit so einem „schmutzigen“ Sieg leben können. Am kommenden Sonntag wartet dann das Duell in Cloppenburg auf das Team. Da wird es voraussichtlich anders zur Sache gehen. Der SVM springt mit acht Punkten auf den 6. Platz, punktgleich mit Wolfsburg und Rehden. Nur Norderstedt, Oldenburg und Braunschweig haben einen Punkt mehr auf dem Konto.