SVM siegt mit 3:2 im Pokal gegen Rehden

Der SV Meppen gewinnt vor 977 Zuschauern in der Hänsch-Arena mit 3:2 gegen den BSV Rehden und zieht somit in die nächste Runde des Krombacher Niedersachsenpokals ein. Torschützen für den SVM waren Posipal, Pini und Alawie. Alle drei sind neu beim SVM und allein das zeigt die gute Einkaufspolitik des Vereins in diesem Jahr.


Sau wichtiges Spiel“ – mit diesen drei Begrüßungsworten wird die Bedeutung der Begegnung im Krombacher Niedersachsenpokal direkt mal deutlich. Ein bisschen flappsig durch einen Zuschauer formuliert, trifft es doch den Nagel auf den Kopf. Wichtig, weil in diesem Jahr „nur“ drei Spiele im regionalen Pokal gewonnen werden müssen, um in den DFB-Pokal einzuziehen. Und wie gut das der Vereinskasse tut, das sieht man momentan an den unterklassigen Vereinen, die in dem nationalen Pokal ran dürfen. In einer Woche empfängt der SV Meppen den Bundesligisten 1. FC Köln, voraussichtlich vor ausverkauftem Haus. Rehden durfte vor zwei Jahren große DFB-Pokal-Luft schnuppern, in Osnabrück empfing man den FC Bayern München. Zudem ist es wichtig für die Neidhart-Truppe, nachdem 1:1 in Lüneburg, bei dem nicht alles Gold war, das glänzte, für eine positive Stimmung in der Mannschaft und im Umfeld zu sorgen.


SVM-Coch Neidhart veränderte seine Mannschaft zum Vergleich zum Lüneburg-Spiel auf mehreren Positionen. Für Marcel Thomas rückt Wigger in die Innenverteidigung. Die Wigger-Position auf der Sechs übernimmt Jens Robben. Der Wiedergenesene Schepers rückt auf die linke und Mirco Born soll über rechts Dampf machen. In der Anfangsphase das berühmte Abtasten. Kein Team will hier von Beginn an zu viel Risiko gehen. Erste große Chance dann durch Neuzugang Alawie (9.). Gut in Szene gesetzt, setzt er sich im Strafraum durch und will den Ball aus halblinker Position in den rechten Winkel schlenzen, Mandic im Tor der Gäste kann sich mit einer tollen Parade aber auszeichnen. Nach 14 Minuten muss Trainer Neidhart das erste Mal reagieren. Kapitän Johan Wigger muss verletzungsbedingt raus, ihn ersetzt in der Innenverteidigung Marcel Thomas. Danach marschiert das erste Mal SVM-Torjäger Max Kremer. Er spielt sich den Ball selbst in den Strafraum, um dann nachzugehen und aus gut elf Metern mit links abzuziehen. Mandic kann, mit kleineren Problemchen, aber klären. Meppen übernimmt mehr und mehr das Spiel und kommt in der 25. Minute zum nicht unverdienten 1:0. Nach einem Wagner-Schuss, der völlig missglückt ist, kommt der Ball zu Patrick Posipal (25.), der aus sieben Metern ganz cool die Kugel mit links in die linke Ecke schiebt – ganz im Stile eines ausgebufften Torjägers. Tolle Aktion von dem aus Lüneburg gekommenen Sechser. Zehn Minuten später bringt Jens Robben seine eigene Mannschaft in eine schwierige Situation, die nicht zu lösen war. Nach Ballverlust von Robben, wird der BSV-Spielmacher Kevin Artmann in den Strafraum geschickt und auch er bleibt so cool wie Posipal wie beim SVM-Treffer. Aus 13 Metern schiebt Artmann (35.) den Ball vorbei an Gommert – 1:1. In der 38. Minute ist es wieder Artmann. Aus 16 Metern nimmt er den Ball volley, mit seinem starken linken Fuß, die Kugel streicht nur knapp über Gommerts Tor hinweg. In dieser Phase des Spiels ist die Partie völlig offen. Alawie (41.) hat kurz vor der Halbzeit dann die große Möglichkeit, sein Team wieder in Front zu schießen. Er wird klasse freigespielt von Kremer und dringt in den Strafraum ein, geht ganz allein auf Torhüter Mandic zu, sein Abschluss ist aber zu fahrlässig. Mit dem rechten Außenrist versucht Alawie die Kugel an Mandic vorbei zu schieben, aber der Ball geht zwei Meter am Tor vorbei. Das hätte das 2:1 sein müssen. So geht es mit dem Unentschieden in die Kabinen. Zu diesem Zeitpunkt völlig gerecht, auch wenn das Gegentor durch einen dicken Schnitzer von Jens Robben begünstigt wurde. Auf jeden Fall ein bis dato spannender Pokalabend.


Jesgarzewski ist wohl mit den Gedanken noch beim Pausentee, als ihm sein Gegenspieler kurz vorm Strafraum den Ball abluchst, aber Gommert kann den anschließenden Schuss zur Ecke lenken. Das dürfte Neidhart nicht gefallen, der dafür bekannt ist, seine Spieler in der Kabine zu motivieren. Rehden macht es den Hausherren aber auch schwer. Der Gast steht sehr gestaffelt und verschiebt gut. Meppen findet in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit noch kein probates Mittel, um das Mittelfeld schnell zu überbrücken, viel Stückwerk. Meppen wirkt ein wenig verunsichert ob der systemgetreuen Spielweise des BSV Rehden. Neidhart reagiert und bringt Pini für den heute glücklos agierenden Born. Kurze Zeit später kommt auch Strompen für Jens Robben, der heute ein ums andere Mal seine Mitspieler in Verlegenheit gebracht hat. Erst einmal wieder Rehden mit einer Chance. Abwehrmann Viktor Petrul fasst sich ein Herz und zieht aus gut 18 Metern ab, Gommert taucht ab und kann auch diese Chance vereiteln. Eine Minute später dann fast das 2:1 für Rehden. Hoher Ball in den 16er, dorthin ist Siala gestartet, nimmt den Ball runter und steht ganz alleine vor Gommert, der lange stehen bleibt und Siala (61.) so zu einem überhasteten Abschluss zwingt. Das leder streicht nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Dann mal wieder Meppen. In der 64. Minute setzt sich Jesgarzewski gut durch und zieht in die Mitte, sein Pass findet Alawie, der von der Strafraumgrenze versucht, die Kugel in den Winkel zu schlenzen, doch Mandic kann zur Ecke klären. Der anschließende Eckstoß von Kremer findet den Kopf von Geiger (65.), doch sein Kopfstoß geht knapp über das Gehäuse. Aber wieder einmal gefährliche Situationen, die der SVM da kreiert. Doch das scheint nur ein Strohfeuer gewesen zu sein, denn Rehden ist das Team, das trifft. Über rechts wird der Ball in die Hälfte des SVM getragen, die Flanke in die Mitte findet den bärenstarken Artmann , der mit seinem linken Fuß direkt abzieht. Ihm rutscht der Ball zwar über den Spann, aber dennoch findet der er den Winkel des SVM-Tores – Gommert chancenlos. Rehden in der Mitte der zweiten Halbzeit überlegen, die Spielanlage wirkt reifer. Aber dennoch kann der SVM dieses Spiel wieder offen halten. Jesgarzewski wagt einen seiner Vorstöße, seine wunderschöne Flanke findet in der Mitte den eingewechselten Erdogan Pini (77.), der aus fünf Metern volley mit dem rechten Fuß vollendet. Das Tor fällt in einer Phase, in der es auf den Rängen anfing zu grummeln, doch das Lebenszeichen der Spieler, weckt auch wieder die Lebensgeister des Publikums in der Hänsch-Arena. Jetzt ist richtig Leben in der Hütte. Und der SV Meppen wieder im Spiel. Richtig laut wird es dann in der 85. Minute. Wagner lupft den Ball über die Abwehr auf den gestarteten Pini, der sich gegen Torhüter Mandic durchsetzt und das Leder ins Tor schiebt. Sein Jubellauf zu den Fans wird aber unterbrochen, Schiri Kirchland entscheidet auf Abseits. Aber das unfassbare passiert doch noch. Kremer löffelt eine Ecke in den Strafraum, dort steht Alawie (87.), der mit dem Hinterkopf den Ball punktgenau ins lange Eck köpft – 3:2 für den SV Meppen. Das hätte hier in der Arena kaum noch einer gedacht, nachdem Rehden die Partie in der zweiten Halbzeit größtenteils kontrolliert hat. Doch dank einer kämpferisch guten Leistung kommt der SV Meppen zurück ins Spiel und geht sogar durch Alawie in Führung. Aber an Aufregung war es das noch nicht. In der 90. Minute ist der Ball im Tor der Meppener. Nach einer Flanke kommt der eingewechselte Gerdes-Wurpts mit dem Kopf an die Kugel. Doch anstatt des 3:3 winkt der Assistent mit der Fahne und das Gespann gibt dieses Tor nicht. Durchatmen im weiten Rund. Kurz danach pfeift der Schiedsrichter diese Pokalpartie ab und Meppen zieht nach einer durchwachsenden Leistung in die nächste Runde des Krombacher Niedersachsenpokals ein und knüpft damit an die tolle Serie im Pokal aus dem letzten Jahr an. Festzuhalten ist aber auch am heutigen Tag, dass zum Ligaspiel gegen Goslar (Sonntag, 14 Uhr) noch einige Baustellen zu flicken sind. Dennoch kann man Christian Neidhart und seinem Team ein großes Kompliment machen, denn sie schienen in der zweiten Halbzeit schon tot zu sein. Doch Totgesagte leben länger. Pini und Alawie drehten das Spiel und sorgten für zufriedene Gesichter in der Hänsch-Arena.

 

SV Meppen: Gommert – Jesgarzewski – Geiger – Alawie – Wagner – Wigger (14. Thomas) – Kremer – Schepers – Robben (60. Strompen) – Posipal – Born (57. Pini)