SV Meppen verliert erstes Punktspiel 2016

Vor 3.483 Zuschauern muss der SV Meppen eine ganz herbe Heimniederlage schlucken. Gegen Tabellenführer VfB Oldenburg gab es eine 1:5-Klatsche. Torschütze auf Meppener Seite ist Wigger.

Endlich ging es wieder los. Die fußballfreie Zeit ist nun auch in Meppen vorbei. Nach den Spielabsagen der Nachholpartien gegen Flensburg und Hannover, ging es nun also gegen den Tabellenführer aus Oldenburg, der eine überragende Hinrunde gespielt hat. Endlich wieder Fußball, endlich wieder was los in der Meppener Hänsch-Arena.

SVM-Coach beginnt die Partie gegen den ewigen Rivalen mit Lars Huxsohl im Tor, da Benni Gommert noch rotgesperrt ist. In der Innenverteidigung vor Huxsohl setzt Neidhart auf Altbewährtes, Wigger und Geiger, für Winterneuzugang Vidovic kommt ein Einsatz über 90 Minuten noch zu früh. Links in der Kette Dauerbrenner Sebastian Schepers, der heute sein 250. Spiel im Blau-Weißen Dress macht. Rechts Jesgarzewski. Posipal und Robben bilden die Doppelsechs, über rechts soll Geburtstagskind Marc Schneit (25 Jahre) Druck machen, über links kommt Wagner. Kremer hinter der einzigen Spitze Alawie.

In den ersten Minuten wollen beide Mannschaften zeigen, dass sie eine breite Brust haben und den Kampf, den solch ein Derby mit sich bringt, annehmen wollen. Es geht hin und her, jedoch noch ohne jegliche Struktur auf beiden Seiten. Aber es knistert. Erste Möglichkeit auf der Seite der Gäste. Nach einem Gewusel am Strafraum kommt Engel an den Ball, sein Schuss aus 18 Metern streift den Pfosten, aber Huxsohl wäre wohl dran gewesen. Erste knifflige Situation im Spiel. Der erste Torjubel kommt dann aus dem Oldenburger Block. Nach einem weiten Einwurf von links, der weit in den Strafraum fliegt, geht die Kugel an Freund und Feind vorbei, nur Makangu steht goldrichtig und braucht aus fünf Metern nur noch ein nicken. Auch wenn es unglücklich aussieht, trifft Huxsohl keine Schuld, denn es waren genug Spieler vor ihm, die den Ball hätten erreichen können. Aber in außergewöhnlichen Spielen fallen auch oft außergewöhnliche Tore. Somit steht es 0:1 aus Sicht der Hausherren. Und außergewöhnlich geht es weiter. Und zwar mit noch einem „komischen“ Tor. Makangu wird aus dem Mittelfeld auf die Reise geschickt, über rechts bringt er einen Flachpass in die Mitte, der von Jesgarweski nicht kontrolliert abgewehrt werden kann, Alessandro Ficara steht blank und hämmert die Kugel aus elf Metern an die Unterkante der Latte. Das Schiedsrichtergespann entscheidet sofort auf Tor, 2:0 für Oldenburg. Für die Zuschauer schwierig zu erkennen, ob der Ball tatsächlich in vollem Umfang über der Linie war. Vielleicht können die Kollegen von ev1.tv aufklären (www.ev1.tv).

In der Folge wirkt der SV Meppen geschockt, muss sich wieder finden, der Tabellenführer aus Oldenburg hat Mitte der ersten Halbzeit klare Vorteile. Erst in der 28.Minute kommt der SV Meppen zu seiner ersten Torgelegenheit. Nachdem Robben einen schon geklärten Ball wieder in den Strafraum köpft, versucht Wagner einen Schlenker aus halmrechter Postion zehn Meter vor dem Tor, doch sein Versuch findet nicht den Kasten der Gäste. Jetzt haben sich die Hausherren wieder gefangen und kommen zu ihrer zweiten Chance. Max Kremer schlägt einen Freistoß aus dem Halbfeld in den 16er, Johan Wigger (31.) springt am Höchsten, aber sein Kopf/Rücken/Schulterball geht Zentimeter am Tor vorbei. Aber dieser Nachmittag ist zum Vergessen für den SV Meppen. Makangu setzt sich an der Strafbaumgrenze gegen Wigger durch, der Ball kommt zu VfB-Kapitän Tönnies, der besser steht als Jesgarzewski und so in den Strafraum kommt, seinen Schuss ins rechte Eck kann Huxsohl noch so eben erreichen, aber den abgewehrten Ball verwertet VfB-Stürmer Makangu (35.), der nur noch einschieben braucht. Und so steht es bereits nach 35 Minuten 3:0 für den VfB Oldenburg. Ein herber Schlag ins Kontor vom SV Meppen. Als sich alle schon mit dem 0:3 zur Halbzeit „zufrieden“ gegeben haben, schlägt der SV Meppen doch noch zu. Quasi mit dem Abpfiff erzielt Johan Wigger das 1:3 und lässt ein wenig hoffen. Nach einer Kremer-Ecke nimmt sich Wigger die Kugel fein herunter und drischt die Kugel aus sieben Metern unhaltbar in die Maschen.

Die erste Halbzeit im Jahr 2016 war gleich eine zum Vergessen. Der VfB Oldenburg macht da weiter, wo sie im letzten Jahr aufgehört haben. Die Oldenburger traten sehr dominant auf, aber die Gäste wurden von den Hausherren auch reich beschenkt. Nur das Tor von Johan Wigger macht Hoffnung auf die zweite Hälfte. In der Kabine wird Neidhart eine klare Ansprache finden müssen, um seine Jungs wieder aufzurichten. Aber für begeisternde Kabinenpredigten ist Neidhart bekannt. Noch ist dieses Spiel nicht verloren.

Anfang zweiter Halbzeit stellt Neidhart um. Neuzugang Vidovic kommt für Jesgarzewski und rückt in die Innenverteidgung, Geiger rückt raus nach rechts. Und Meppen hat die erste Möglichkeit der zweiten Halbzeit. Nach einer Flanke will Wagner auf Kremer legen, der aber gestört wird. Die Kugel kommt zu Posipal (46.) an der Strafbaumgrenze. Sein abgefälschter Schuss geht nur knapp neben das Tor. Vielleicht hat diese Situation ja eine Initialwirkung. Aber auch Oldenburg hat seine Durchschlagskraft nicht verloren. Immer wieder setzen sie die Verteidigung der Meppener früh unter Druck und schaffen so gefährliche Situationen. Und zwar so gefährlich, dass es nach 54 Minuten 1:4 aus Sicht des SVM steht. Winkelmann (54.) bekommt einen Ball in den Strafraum gespielt und aus spitzem Winkel probiert er es einfach Mal mit einem harten Schuss in Kopfhöhe. Und am heutigen Tage funktioniert auf der Oldenburger Seite alles. Die Kugel schlägt hinter Huxsohl ein. Und Winkelmann will nun endgültig den Deckel drauf machen - wenn er es noch nicht schon sein sollte - aber sein Schuss aus 16 Metern fliegt knapp über das Gehäuse von Huxsohl. Und der Tabellenführer ist noch nicht satt. Dennis Engel (66.) wird im Strafraum der Meppener freigespielt und hämmert den Ball aus halmrechter Position 10 Meter vor dem Tor ins linke Ecke. Hier ist Huxsohl chancenlos. und schon steht es 1:5 für den Rivalen aus Oldenburg. Was für ein rabenschwarzer Tag für die Blau-Weißen. In der Schlussphase ist die Luft raus. Angesichts des Spielstands auch nicht wirklich verwunderlich. Oldenburg genießt die letzten Minuten und die Meppener Jungs wünschen sich nur, dass dieses Spiel endlich zu Ende ist. Als Fazit kann daher gesagt werden: Die reifere Mannschaft gewinnt an diesem Tag nicht nur das Derby, sondern auch die drei so wichtigen Punkte. Oldenburg baut damit seine Tabellenführung auf fünf Punkte vor dem VfL Wolfsburg aus. Wolfsburg ist auch ein gutes Stichwort. Dorthin muss der SV Meppen am kommenden Samstag. In diesem Spiel kann es nur eine Devise geben: Wiedergutmachung.

SV Meppen: Huxsohl - Jesgarzewski (46. Vidovic)- Geiger - Schnier (63. Born)- Aalwie - Wagner - Wigger - Kremer (63. Pini) - Schepers - Robben - Posipal