Tolles Spiel am Freitag Abend - 1:1 gegen den HSV

Vor 980 Zuschauern in der Hänsch-Arena kommt der SV Meppen nach einem 0:1 Rückstand noch zu einem verdienten Punktgewinn. In einer intensiv geführten Partie trennen sich zwei gute Mannschaften mit einem Unentschieden.  

Nach der unglücklichen Niederlage in Norderstedt vom vergangenen Wochenende will das Team von Christian Neidhart unbedingt die drei Punkte im Emsland lassen, um den vierten Tabellenplatz weiter zu festigen, bzw. ihn nicht zu verlieren. Die drei Teams an der Spitze - Oldenburg, Wolfsburg und Flensburg - ziehen mittlerweile einsame Kreise. Der Bundesliganachwuchs des HSV dagegen muss in Meppen gewinnen, um eine realistische Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Zwar liegt das Team von Trainer Toner Uysal auf dem ersten Nichtabstiegsplatz drei Punkte vor Borussia Hildesheim, aber der VfV hat zwei Spiele weniger als der HSV.

Bereits in der 2. Minute die erste große Chance der Gäste aus der Hansestadt. Tongay Cigerci kommt an der Strafraumgrenze an die Kugel, will diese über Gommert schlenzen, aber der Ball geht nur ganz knapp über den Kasten. Durchatmen, SVM. Im direkten Gegenzug dann fast das 1:0 für die Hausherren. Mirco Born (3.) geht über rechts ins Tempodribbling, dringt in den Strafraum ein, vernascht drei Gegenspieler und zieht aus gut 10 Metern ab. Das Leder prallt allerdings nur an den Pfosten, der einschussbereite Alawie, der mitgelaufen war, kann den Ball nicht kontrollieren - nicht seine Schuld - und somit ist diese sehr gute Chance dahin. Ein erster Hallo-Wach-Effekt, eingeleitet durch eine bärenstarke Aktion von Born. Die nächste große Möglichkeit gehört ebenfalls den Hausherren. Schepers geht an seiner Linie lang, spielt auf Deters, der in den Strafraum läuft, sein Pass fast von der Grundlinie erreicht Aalwie drei Meter vor dem Tor. Alawie (9.) will den Ball mit der Hacke im Kasten unterbringen, das misslingt leider. Aber auch diese Möglichkeit zeigt, dass der Gastgeber die Punkte behalten will. Aber auch der Gegner spielt mit. Nach einer Meppener Ecke starten die Hamburger einen Konter. Über Müller, der dynamisch auf die Verteidiger zu geht, kommt der Ball in den Strafraum zu Arslan (10.), der mit dem linken Fuß versucht in die linke Ecke zu schieben. Sein Versuch geht knapp am Tor vorbei. In der Anfangsphase geht es hin und her, ein bis hier her sehr ansehnliches Regionalligaspiel zwischen zwei Mannschaften, die sich in nichts nachstehen. In der 19. Minute hätte es fallen müssen. Das Tor für den SVM. Jens Robben mit einem Zuckerpass in den 16er auf den gestarteten Mirco Born. Völlig uneigennützig will Born Thorben Deters (19.) in der Mitte bedienen. Er wird augenscheinlich festgehalten, so dass er nicht mehr an den Ball kommt, das riecht sehr nach Elfmeter, aber Schiri Schlüsse bläst nicht in sein Horn. Zu diesem Zeitpunkt wäre eine Führung der Emsländer hoch verdient. Aber die Meppener gehen zu fahrlässig mit ihren Chancen um. Das nächste Beispiel in der 23. Minute. Mirco Born verlängert per Kopf auf Alawie (23.), der frei vor Keeper Hirzel fünf Meter vor dem Tor zum Schuss kommt, aber sein Ball triff nur den Torwart, den Nachschuss vergibt Alawie kläglich. Hier riecht es sehr nach einem Tor, doch alle Fußballfreunde wissen, dass selbst die größte Anzahl an Chancen nicht zwangsläufig zu einem Vorsprung führen muss. Und der HSV lauert immer wieder auf Konter, mit seinen flinken Offensivspielern.

Mitte der ersten Halbzeit ist richtig Feuer in dieser Partie. Viele Zweikämpfe, die sehr intensiv geführt werden. Und wieder Aluminium. Dieses mal kracht es am Pfosten der Meppener. HSV-Spielmacher Cigerci versucht es mit links aus 12 Metern, sein abgefälschter Schuss fliegt an Freund und Feind vorbei an den Pfosten. Die Zuschauer, die an diesem Freitag Abend in die Hänsch-Arena gekommen sind, sehen ein sehr aktives und munteres Spiel beider Teams. Und der HSV kommt abermals zu einer sehr, sehr guten Chance. Daouri (35.) wird freigespielt und kann schräg auf Gommert zu gehen. Aber Benni Gommert klärt diese Situation, in dem er lange stehen bleibt und dem Schützen keine Option bietet, als Daouri zum Schuss kommt, pariert Gommert mit einem Superreflex. Klasse Aktion vom Schlussmann der Hausherren.

Das hat sich in den letzten Minuten angedeutet. Das 0:1. Cigerci (42.), der dem Meppenern jede Menge Kopfschmerzen bereitet hat, kommt nach einem Gewusel im Strafraum an den Ball, sein Schlenzer aus 16 Metern prallt vom linken Pfosten ins Tor. Und schon steht es 0:1 aus Sicht der Hausherren. Und das kurz vor der Pause.

Die Zuschauer in der Hänsch-Arena haben in der ersten Halbzeit eine sehr intensive Partie gesehen, mit Chancen hüben wie drüben. Das glücklichere Ende hatte der HSV, der eine seiner vielen Chancen genutzt hat, im Gegensatz zum SVM, die ebenfalls eine gute Partie spielen, aber zu fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen sind.

Muhamed Alawie (50.) mausert sich immer mehr zum Pechvogel. Er geht alleine auf Keeper Hirzel zu, aber am heutigen Tage fehlt ihm der absolute Willen, die Kugel im Tor unterzubringen, so dass auch diese Chance verpufft. Bei der anschließenden Ecke kommt Wagner zu einem Volleyschuss, der nur knapp am Tor vorbei streicht. Meppen will sich hier nicht ergeben. Und Meppen marschiert jetzt. Johan Wigger (55.) kommt nach einem Strompen-Freistoß frei vor Hirzel zum Schuss, aber der Winkel ist zu knapp. Wieder eine Möglichkeit, die der SVM liegen lässt. Und der HSV drängt auf das 2:0. Erst ist es Cigerci (60.) mit einem Versuch, der hängen bleibt, danach kann sich Gommert (61.) gegen Brand behaupten. Das Niveau der ersten Halbzeit wurde in die zweite Hälfte rübergerettet. Dieses Spiel ist Mitte der zweiten Halbzeit noch lange nicht entschieden. Hier kann zu jeder Sekunde etwas passieren. Auch ein Wigger-Kopfball (63.) findet sein Ziel nicht. Robben (71.) probiert es mal aus der zweiten Reihe, rechts am Tor vorbei. Der SVM gibt sich hier nicht geschlagen. Wieder ist es Wigger (75.) mit einem Kopfball nach einer Ecke, aber die Kugel wird vorher abgefälscht, so dass Wigger nicht platziert köpfen kann.

Aber in der 82. Minute wird aus der Pechmarie doch noch der Glücks-Alawie (82.). Der eingewechselte Erdogan Pini steckt die Kugel wunderbar in den 16er auf Muhamed Alawie, der sich nicht von seinen vorherigen Fehlschüssen beirren lässt und dann Ball cool an Torhüter Hirzel vorbei legt. Und schon steht es hier leistungsgerecht 1:1. und Meppen will mehr, aber der HSV wehrt sich mit allem, was er hat. Dann nochmal durchatmen. In der 87. Minute erzielt der HSV ein Tor, aber der Linienrichter hat sein Fahne oben - Abseits. Puuuuh, das war knapp.

So endet dieses Spiel mit einem 1:1 Unentschieden. Alle, die den Weg an diesem Freitag Abend in die Hänsch-Arena gefunden haben, wurden belohnt. Denn diese Partie war ein sehr hochklassiges Match der Regionalliga Nord. Dem Gast vom HSV merkte man über 90 Minuten an, dass sie sich gegen den drohenden Abstieg wehren wollten. Bemerkenswert an diesem Abend: Auf beiden Seiten wurden Chancen vergeben, die von der Anzahl und von der Klasse für zwei Spiele reichen würden. Unterm Strich kann man festhalten, dass der SVM das bessere Team war, aber der HSV hat immer wieder kleine Nadelstiche gesetzt und war vor allem durch Konter immer brandgefährlich. Ein leistungsgerechtes Unentschieden.


SV Meppen: Gommert - Vidovic - Schnier (76. Jesgarzewski)- Alawie - Wagner - Deters (59. Maier) - Wigger - Scheppers - Robben - Strompen - Born (76. Pini)