Vorbericht - Vorsicht vor dem Schlusslicht

Aufstieg 2014, Abstieg 2015, Aufstieg 2016 – Anhänger und Verantwortliche des SV Eichede müssen sich in den letzten Jahren wie eine Fahrstuhlmannschaft vorkommen. Am Samstag (16 Uhr) gastiert der Aufsteiger als Schleswig-Holstein in der Hänsch-Arena.

Stand jetzt sieht es zudem danach aus, als würden die Mannen aus Eichede, das ein Stadtteil des nicht einmal 3.000 Einwohner fassenden Örtchens Steinburg ist, zum Saisonende erneut einen Ligawechsel vollziehen müssen. Denn mit nur sechs Zählern aus 13 Partien rangiert der SVE schon etwas abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz – der Rückstand ans rettende Ufer beträgt bereits sieben Punkte.

Dass es der kleine Dorfverein in den letzten Jahren überhaupt so weit nach oben geschafft hat, hängt unumstritten auch mit einer entscheidenden Personalie zusammen: Oliver Zapel. Im Sommer 2012 übernahm der gebürtige Georgsmarienhütter das Traineramt in Eichede, führte den Verein nach oben und feierte zweimal den Aufstieg in die Regionalliga. Doch nach vier Jahren war in diesem Sommer Schluss – und zu einem gewissen Maß Schuld daran trug der FC Schalke 04. Denn durch deren Verpflichtung von Markus Weinzierl als neuem Trainer entstand eine beispiellose Kette von Trainerwechseln. Weinzierls Ersatz in Augsburg wurde Dirk Schuster, der in Darmstadt wiederum von Norbert Meier beerbt wurde. Meiers Nachfolger bei Arminia Bielefeld trat Rüdiger Rehm von Drittligist SG Sonnenhof Großaspach an und damit schließt sich der Kreis, denn eben jener Verein verpflichtete schließlich Zapel.

So standen die Eicheder Ende Juni relativ kurzfristig vor unvollendeten Tatsachen und ohne Trainer da. Wenige Tage später konnte mit Jörn Großkopf immerhin ein ehemaliger Bundesligaprofi als Coach vorgestellt werden. Der 50-Jährige trainierte zuvor für wenige Monate den Traditionsclub KFC Uerdingen.

Unter dem neuen Trainer erwischte der Aufsteiger zunächst sogar einen wirklich guten Start. Wohl noch beflügelt von der Aufstiegseuphorie gelang am ersten Spieltag ein Achtungserfolg beim 0:0 bei Vorjahres-Vizemeister VfB Oldenburg und eine Woche später folgte bei der Reserve des Hamburger SV direkt der erste Saisonsieg. Doch seitdem sind mittlerweile elf Spiele vergangen, der SVE konnte nur noch zwei magere Pünktchen sammeln und verlor zwischenzeitlich sechsmal in Serie. Allerdings gelang gegen den VfL Wolfsburg II in der Vorwoche immerhin ein 1:1-Unentschieden, wobei Eichede bis kurz vor Schluss sogar führte.

Ein Punktgewinn beim Vorjahresmeister wird den Eichedern sicherlich neues Selbstvertrauen geben, ehe es nun zum Tabellenführer nach Meppen geht, wo die Großkopf-Elf naturgemäß recht befreit aufspielen kann und nichts zu verlieren hat. In der Tat sprechen sämtliche Statistiken gegen Eichede. Zehn Saisonniederlagen, erst neun eigene Tore denen gegenüber 33 Gegentore stehen – all das sind Negativwerte in der Regionalliga Nord.

Der SVM wird indes darauf aus sein, den Schwung des Auswärtssieges in Hamburg mitzunehmen und die Spitzenposition weiter zu festigen. Dabei wird es für das Team von Christian Neidhart sicherlich darauf ankommen, gegen das zu erwartende tiefstehende Abwehrbollwerk Lösungen zu finden und notfalls Geduld zu beweisen.

Vor zwei Jahren behielten die Emsländer in beiden Duellen mit Eichede die Oberhand – in Steinburg gab es einen knappen 2:1-Erfolg, in der Hänsch-Arena war es beim 4:0 schon wesentlich deutlicher.

Auch wenn es diesmal nicht gegen den VfB Oldenburg geht und eine Zuschauerzahl wie die vor zwei Wochen dementsprechend unrealistisch erscheint, würde sich das Team sicherlich auch diesmal wieder über einen starken Zuschauerzuspruch freuen. Verdient hätte sie es durch die bisherigen Ergebnisse allemal.