Meppen erkämpft sich Respekt - SGS Essen aber eine Nummer zu groß

Die SGS Essen reiste am Sonntag zum DFB-Pokalspiel der Frauen mit dem Status eines Topteams nach Meppen und dennoch wollten die SVM-Frauen nicht als Sparringspartner für den Einzug des Bundesligisten in die nächste Runde herhalten.  Tatsächlich agierte das SVM-Team im ersten Spieldrittel auf Augenhöhe, zeigte eine couragierte Leistung und wäre zu Beginn der zweiten Halbzeit beinahe in Führung gegangen. Am Ende aber musste sich die Mannschaft mit 1-5 geschlagen geben, verdiente sich aber den Respekt von Gegner und Publikum.

Gegen den FC Bayern München 2017 und auch in der vergangenen Saison gegen Turbine Potsdam hatte das SVM-Team im DFB-Pokalwettbewerb jeweils früh einem Rückstand hinterherlaufen müssen. Im gegenwärtigen Match gegen Essen sollte dies nicht passieren. Vielmehr wollte man den Gegner auch mit der eigenen Spielphilosophie beschäftigen und zu Fehlern zwingen. In der ersten halben Stunde sollte dies auch gelingen. Die Meppener Abwehrreihe stand gut und ließ den Gästen kaum Platz zur Entfaltung. Vereinzelte Tempogegenstöße hingegen gaben Meppen Gewissheit, über ihre schnellen Spielerinnen Nadelstiche setzen zu können.

Das spielfreudige Essener Team vermochte den Druck jedoch zu erhöhen und erzielte schließlich in der 37. Minute mit seinem ersten Torschuss die nicht unverdiente Führung. Lea Schüller hatte sich im Zweikampf gegen Lisa-Marie Weiß durchsetzen und den Ball dann über SVM-Torfrau Kari Närdemann hinwegheben können. Nationalmannschaft- und Vereinskollegin Turid Knaak hätte drei Minuten später fast das 2-0 erzielt, Närdemann konnte sich hier jedoch mit einer starken Parade auszeichnen und das Spielgerät zur Ecke abwehren.  

Mit dem 0-1 Rückstand ging es schließlich in die Pause. Eine willkommene Unterbrechung bekannte später auch SVM-Coach Theo Dedes, der sein Team mit leichten taktischen Änderungen wieder auf das Feld schickte. Glückseligkeit brannte dann nur vier Minuten nach Wiederanpfiff in der Hänsch-Arena auf, als Vivien Endemann Nationalspielerin Lena Sophie Oberdorf entwischte und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor bewies: 1-1. Nur sechzig Sekunden später zog Endemann wieder alleine auf und davon, scheiterte doch nun zunächst an Essens Torfrau Josephine Plehn und dann an der Latte. Die einmalige Chance zur Führung, gleichzeitig aber auch der Startschuss für die Gäste.

Gewillt, hier nicht zum Opfer einer Pokalüberraschung zu avancieren, erzielte Elisa Senß - zu Saisonbeginn von Meppen nach Essen gewechselt - nach Zuspiel von Jana Feldkamp wiederum nur zwei Minuten später die erneute Führung aus kurzer Distanz. Kurz darauf markierte Nationalspielerin Turid Knaak per Fernschuss das 3-1 (54. Minute). Als Lea Schüller mit ihrem zweiten Treffer in der 68. Minute schließlich den vierten SGS-Treffer landete, war die Begegnung entschieden. Meppen hatte Essen bis hierhin viel abverlangt und sich den Respekt von Gäste-Trainer Markus Högner erarbeitet, wie dieser auf der späteren Pressekonferenz bekundete. Das 5-1 durch Maria Christina Lange war da nicht mehr entscheidend, verdient aber Erwähnung, weil vielleicht das schönste Tor des Tages.