SVM erkämpft sich ein 3:3 beim Tabellenführer

Foto: W. Scholz 

Der SV Meppen und der Hallesche FC trennen sich nach einem höchst unterhaltsamen Spiel mit 3:3 (2:2). An der Saale holte die Mannschaft von Cheftrainer Christian Neidhart zwei Rückstände auf und spielte knapp 50 Minuten in Unterzahl. Eine moralische Meisterleistung!

Vor dem Spiel setzten der Hallesche FC als Verein sowie seine Fans ein Zeichen: Im ersten Heimspiel nach dem rechtsradikalen Anschlag vom 9. Oktober liefen die Spieler in schwarzen Sondertrikots auf, auf deren Brust „Zusammen gegen Gewalt, Rassismus und Antisemitismus“ stand. Vor dem Anpfiff wurde eine Gedenkminute für die beiden Opfer des Attentats abgehalten, choreographiert von schwarzen Papiertafeln auf den Tribünen.

Die favorisierten Gastgeber kamen deutlich besser in die Partie als der SVM. In der achten Minute scheiterte Julian Guttau freistehend für Halle. Markus Ballmert rettete in letzter Sekunde. Nur fünf Minuten später dann der frühe Rückstand: HFC-Stürmer Pascal Sohm köpfte eine Hereingabe von Terrence Boyd zum 1:0 unter die Latte. Halle machte weiter Druck und wurde belohnt: Boyd spielte einen langen Ball, umkurvte Erik Domaschke und traf zur frühen 2:0-Führung für den Halleschen FC. Kein guter Start.

Doch unser Team besann sich auf seine Tugenden und kämpfte sich sehenswert zurück. Nach einem schönen Angriff über die rechte Seite flankte Markus Ballmert auf Deniz Undav, der freistehend zum 1:2 einköpfte. Nur wenig später wehrte Kai Eisele im Tor der Gastgeber einen Schuss von Deniz Undav noch ab, doch Steffen Puttkammer erzielte per Kopf den 2:2-Ausgleich (36.).

Es entwickelte sich ein kurioses wie aufregendes Spiel vor 8323 Zuschauern in Halle. Kurz vor dem Pausenpfiff eilte SVM-Torwart Erik Domschke aus seinem Kasten um vor Boyd zu klären. Unglücklicherweise bekam er dabei außerhalb des Sechzehners den Ball an die Hand und wurde von Schiedsrichter Patrick Ittrich des Feldes verwiesen. Matthis Harsman nahm den Platz im SVM-Tor ein und spielte anstelle von Willi Evseev, der bereits Gelb verwarnt war. Der 20-jährige Matthis Harsman meisterte gleich den ersten gefährlichen Freistoß im Stile eines erfahrenen Keepers (43.).

In der zweiten Hälfte ging es furios weiter. SVM-Keeper Matthis Harsman war wieder zur Stelle und faustete einen guten Schuss von Boyd über die Querlatte. Doch in der 58. Minute war der junge Torwart machtlos: Ein abgefälschter Schuss von Julian Guttau aus knapp 20 Metern senkte sich über Harsman zur erneuten Hallenser Führung ins Tor zum 2:3 (59.). Dann die 74. Minute: Der eingewechselte Marius Kleinsorge wurde an der Strafraumgrenze gefoult, Schiedsrichter Ittrich zeigte auf den Punkt. Hassan Amin verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 3:3-Ausgleich.In der Nachspielzeit zeigte Matthis Harsman mit einer sehr guten Parade erneut Klasse und sicherte das verdiente Unentschieden beim Tabellenersten.

SVM-Cheftrainer Christian Neidhart nach der enorm intensiven Partie: „Es war ein kurioses Drittligaspiel. Wir kommen viel zu früh in den Rückstand. Gerade beim 2:0 sehen wir nicht gut aus. Wir haben uns aber gefangen und uns gute Möglichkeiten erspielt. Die Rote Karte für Erik war dann natürlich auch sehr ärgerlich. Nach der 3:2-Führung durch Halle waren wir im Prinzip wieder am Boden. Doch das Team hat nicht nachgelassen. In Unterzahl haben alle an einem Strang gezogen und vorbildlich gekämpft. Ein besonderes Lob für Matthis Harsman im Tor: Er hatte überragende Aktionen und hat damit besonderen Anteil daran, dass wir hier einen wichtigen Punkt holen konnten.“

 

Tore:

1:0 Sohm (13.)

2:0 Boyd (20.)

2:1 Undav (31.)

2:2 Puttkammer (36.)

3:2 Guttau (59.)

3:3 Amin (75., Foulelfmeter)

Hallescher FC: Eisele - Vollert (46. Washausen), Papadopoulos, Landgraf (78. Fetsch) - P. Göbel, B.B. Bahn, Jopek, Guttau - Nietfeld - Boyd, Sohm (46. Drinkuth)

SV Meppen: Domaschke - Ballmert, Puttkammer, Komenda, Amin - Egerer, Leugers - El-Helwe, Evseev (43. Harsman), Guder (54. Kleinsorge) - Undav (80. Osée)

Zuschauer: 8323

Von: Thomas Kemper